
Schwefel- oder Kupferfungizid
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Wählen Sie Schwefel gegen Echten Mehltau und Kupfer gegen Blattfäulen an Tomaten, Blattfleckenkrankheiten und bakterielle Krankheiten1,7. Schwefel beugt Echtem Mehltau vor, während Kupfer dagegen nicht sehr wirksam ist1. Kupfer bietet eine gute Bekämpfung von Dürrfleckenkrankheit, Kraut- und Knollenfäule und Septoria-Blattfleckenkrankheit an Tomaten und eine recht gute Bekämpfung der Bakteriellen Fleckenkrankheit7. Beide sind protektive Mittel, die vor der Infektion auf der Pflanze sein müssen1,5.

Was ist der Unterschied zwischen Schwefel- und Kupferfungiziden?
Schwefel ist ein natürliches Element und ein essenzieller Pflanzennährstoff, der Pilze, Insekten und Milben abtöten kann, und er ist in den Vereinigten Staaten seit den 1920er-Jahren für die Verwendung als Pestizid registriert4. Er tötet Pilze bei Kontakt ab. Seine genaue Wirkungsweise ist nicht vollständig geklärt, aber die wichtigste Theorie besagt, dass Schwefel in Pilzzellen gelangt und deren Atmung stört4. Schwefelfungizide gibt es als Stäube, Spritzpulver und Flüssigkeiten4.
Kupfer wird seit den 1880er-Jahren als Fungizid und Bakterizid eingesetzt, als die als Bordeauxbrühe bekannte Mischung aus Kalk und Kupfersulfat entdeckt wurde5. Der Wirkstoff ist das Kupfer(II)-Ion, das an vielen Stellen zugleich auf Oomyceten (Eipilze), Pilze und Bakterien wirkt: Es schädigt Zellmembranen und denaturiert Struktur- und Enzymproteine, wodurch die Sporenkeimung blockiert wird5. Kupfer ist nur aktiv, wenn es nass ist und die Kupferionen in Lösung vorliegen6. Kupferprodukte geben ihre Stärke als metallisches Kupferäquivalent (MCE) an, und die Formulierungen unterscheiden sich stark im Kupfergehalt6.
Die praktische Aufteilung ergibt sich aus diesen Wirkungsspektren. Schwefel ist das klassische Mittel gegen Echten Mehltau, und Kupfer ist das breiter wirkende Mittel gegen Eipilze, Blattfleckenkrankheiten und bakterielle Krankheiten1,5,7.
| Frage | Schwefel | Kupfer |
|---|---|---|
| Wichtigste Ziele im Garten | Echter Mehltau; tötet auch Milben und einige Insekten ab1,4 | Blattfäulen an Tomaten, Blattfleckenkrankheiten, Samtfleckenkrankheit, Bakterielle Fleckenkrankheit, Kräuselkrankheit des Pfirsichs6,7 |
| Wie es wirkt | Kontaktwirkung; stört vermutlich die Atmung der Pilze4 | Schädigung von Membranen und Proteinen an vielen Stellen durch Kupfer(II)-Ionen5 |
| Wann es wirkt | Nur bevor Symptome auftreten1 | Nur wenn es vor der Krankheit auf der Pflanze vorhanden ist5 |
| Echter Mehltau | Seit Langem verwendet und vorbeugend1 | Erhältlich, aber nicht sehr wirksam1 |
| Hitzegrenze | Nicht nahe oder über 32 °C; 27 °C bei Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren1,2 | In den zitierten Leitlinien nicht angegeben; beachten Sie das Produktetikett |
| Fische und Wasserorganismen | Praktisch ungiftig für die getesteten Fische4 | Hoch bis sehr hoch giftig8 |
| Boden | Geht in den natürlichen Schwefelkreislauf ein4 | Reichert sich an der Bodenoberfläche an und bleibt dort bestehen8 |
In Nordamerika erreicht das Interesse an diesen Fungiziden im Juni seinen Höhepunkt, wenn sich Echter Mehltau und Blattkrankheiten der Tomate aufbauen, und Schwefel sollte nicht ausgebracht werden, wenn die Temperaturen nahe oder über 32 °C liegen; Kupferspritzungen während der Winterruhe gegen die Kräuselkrankheit des Pfirsichs erfolgen nach dem Blattfall, meist Ende November oder im Dezember. Auf der Südhalbkugel fällt die sommerliche Spritzsaison etwa auf Dezember und Januar und das Zeitfenster für Kupfer in der Winterruhe auf Mai und Juni.
Was ist besser gegen Echten Mehltau?
Schwefel. Schwefelprodukte werden seit Jahrhunderten gegen Echten Mehltau eingesetzt, wirken aber nur, wenn sie ausgebracht werden, bevor Symptome auftreten1. Eine Leitlinie der University of California nennt mit Tensiden formulierten Netzschwefel als die besten Schwefelprodukte gegen Echten Mehltau im Garten und weist darauf hin, dass Kupfer ebenfalls erhältlich, gegen die Krankheit aber nicht sehr wirksam ist1.
Erreger des Echten Mehltaus (Erysiphe, Sphaerotheca und verwandte Arten) befallen viele Gemüsearten, darunter Bohnen, Gurken, Melonen, Erbsen, Paprika, Gartenkürbis, Kürbis und Tomaten1. Sehr anfällige Kulturen wie Kürbisgewächse können ein Fungizid benötigen, und möglichst wenig giftige Fungizide müssen spätestens beim ersten Anzeichen der Krankheit ausgebracht werden1. Da Schwefel nur bei Kontakt wirkt, kommt es auf die Benetzung aller anfälligen Pflanzenteile an, und wiederholte Anwendungen können nötig sein, wenn die Pflanzen neues Gewebe bilden1. Beachten Sie zu den Intervallen das Produktetikett.
Sobald leichte bis mittlere Infektionen sichtbar sind, wirken Öle wie Gartenbauöl oder Neemöl besser, weil Öle eradikativ wirken, während Schwefel hauptsächlich vorbeugend wirkt1. Schwefel kann einige Kürbis- und Melonensorten schädigen; prüfen Sie daher vor dem Spritzen von Kürbisgewächsen das Produktetikett auf Kulturbeschränkungen1.
Was ist besser für Tomaten?
Bei den häufigen Blattkrankheiten der Tomate ist Kupfer dasjenige der beiden Mittel, das in den Spritzempfehlungen der Clemson Extension für den Hausgarten vorkommt7. Die Clemson Cooperative Extension bewertet Kupferfungizid als gut gegen Dürrfleckenkrankheit (Alternaria linariae), Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) und Septoria-Blattfleckenkrankheit (Septoria lycopersici) sowie als Teil eines vorbeugenden Programms gegen die Samtfleckenkrankheit7. Gegen die Bakterielle Fleckenkrankheit, die hauptsächlich durch Xanthomonas perforans verursacht wird, bietet das Spritzen von Kupfer eine recht gute Bekämpfung7. Schwefel wird in denselben Empfehlungen für diese Krankheiten nicht genannt7.
Die Bakterielle Fleckenkrankheit ist schwer zu bekämpfen, sobald sie auftritt; Kupfer wirkt daher am besten als Teil der Vorbeugung mit sauberem Saatgut und Jungpflanzen, Tropfbewässerung und dem Entfernen erkrankter Pflanzen7. Mehrere bakterielle Erreger haben zudem eine Resistenz gegen Kupfer entwickelt, die erstmals 1983 bei Xanthomonas campestris pv. vesicatoria und 1986 bei Pseudomonas syringae pv. tomato beschrieben wurde5. Die Selektion kupferresistenter Stämme ist der Hauptgrund für das Scheitern von Programmen mit Kupferbakteriziden, während Pilze und Oomyceten keine Resistenz gegen Kupferverbindungen gezeigt haben5.
Auch Tomaten bekommen Echten Mehltau, verursacht durch Erysiphe lycopersici und Leveillula taurica, und eine Leitlinie der University of California sieht Fungizide dort nur bei Bedarf vor1. In diesem Fall passt Schwefel besser als Kupfer1.
| Tomatenkrankheit | Ursache | Bewertung von Kupfer |
|---|---|---|
| Dürrfleckenkrankheit | Alternaria linariae (Pilz) | Gut; Mancozeb mit sehr gut bewertet7 |
| Kraut- und Knollenfäule | Phytophthora infestans (Eipilz) | Gut; Chlorothalonil mit sehr gut bewertet7 |
| Septoria-Blattfleckenkrankheit | Septoria lycopersici (Pilz) | Gut; Chlorothalonil mit sehr gut bewertet7 |
| Samtfleckenkrankheit | Passalora fulva (Pilz) | Teil eines vorbeugenden Programms7 |
| Bakterielle Fleckenkrankheit | Xanthomonas-Arten (Bakterien) | Recht gute Bekämpfung7 |
Wann sollten Sie welches Mittel ausbringen, und was ändert die Hitze?
Beide sind protektive Mittel, der Zeitpunkt liegt also vor dem sichtbaren Schaden. Schwefel beugt Echtem Mehltau vor, ist aber nicht mehr wirksam, sobald Symptome auftreten, und Kupferionen müssen auf den Pflanzenoberflächen sein, bevor die Krankheit auftritt1,5.
Hitze ist vor allem für Schwefel entscheidend. Bringen Sie Schwefel nicht aus, wenn die Lufttemperatur nahe oder über 32 °C liegt; bei Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren liegt die Grenze bei 27 °C, weil Schwefel Laub und Früchte schädigt1,2. Bringen Sie Schwefel bei keiner Temperatur auf Aprikosenbäume aus2. Auch einige Ziersorten werden durch Schwefelspritzungen geschädigt3. Schwefelstaub ist schwieriger anzuwenden als Netzschwefel und reizt Haut und Augen1,3.
Kupfer ist nur aktiv, wenn es nass ist, und Regen kann es abwaschen; daher beeinflussen Benetzung, Netz- und Haftmittel sowie Niederschläge, wie gut es wirkt6. Beachten Sie bei beiden Mitteln das Produktetikett zu Kulturen, Intervallen und Witterungsgrenzen.
Lässt sich Schwefel oder Kupfer mit Ölspritzungen kombinieren?
Schwefel und Öl vertragen sich nicht. Bringen Sie niemals eine Ölspritzung innerhalb von 2 Wochen nach einer Schwefelspritzung aus oder umgekehrt, weil Pflanzen geschädigt werden können, und manche Pflanzen benötigen einen noch längeren Abstand1,2. Diese Regel gilt für Neemöl und andere pflanzliche Öle ebenso wie für Gartenbauöl1.
Kupfer und Öl können in einem Fall zusammenwirken. Gegen die Kräuselkrankheit des Pfirsichs erhöht der Zusatz von Gartenbauöl zu einer Spritzung mit Kupferammonium oder Kupferseife die Wirksamkeit, während Öl allein gegen die Krankheit nicht wirksam ist6. Kombinieren Sie Produkte nur, soweit ihre Produktetiketten dies zulassen.
Welche Risiken bestehen für Menschen, Bienen, Fische und den Boden?
Schwefel ist für Menschen wenig giftig, doch das Einatmen von Schwefelstaub kann die Atemwege reizen, und er kann Haut und Augen reizen4. Er löst sich schlecht in Wasser, daher ist nicht zu erwarten, dass Abdrift oder Abschwemmung Wasserlebewesen schädigt, und er wird für Honigbienen sowie für die getesteten Fische und wirbellosen Wassertiere als praktisch ungiftig eingestuft4. Abdrift kann schwefelempfindliche Pflanzen in der Nähe schädigen4.
Kupfersulfat kann schwere Augenreizungen verursachen8. Die U.S. EPA stuft Kupfer als praktisch ungiftig für Bienen und mäßig giftig für Vögel ein, Studien zeigen jedoch, dass Kupfer für Fische und Wasserlebewesen hochgiftig bis sehr hochgiftig ist8. Im Boden reichert sich Kupfer vor allem an der Oberfläche an, wo es fest gebunden wird und bestehen bleibt, und zu viel Kupfer ist für Pflanzen giftig, weil es die Photosynthese hemmt8. Da Kupfer nicht abgebaut werden kann, führt wiederholter Einsatz zur Anreicherung im Boden, und hohe Konzentrationen können die Regenwurmbestände verringern5. Wiederholter Einsatz kann Bodenmikroorganismen und über Abschwemmung auch Wasserorganismen schädigen, daher empfehlen Leitlinien der University of California, Kupfer im Wechsel mit einem anderen Fungizid einzusetzen und Abschwemmung zu vermeiden6.
Die Europäische Union begrenzt den Kupfereinsatz im ökologischen Landbau seit 2002; zum Zeitpunkt einer Übersichtsarbeit von 2018 lag die Grenze im Durchschnitt bei 6 Kilogramm pro Hektar und Jahr über 5 Jahre5.
Das Wichtigste in Kürze
- Zur Vorbeugung gegen Echten Mehltau ist Schwefel die bessere Wahl; Kupfer wirkt dagegen nicht besonders gut.
- Kupfer ist die bessere Wahl bei Dürrfleckenkrankheit, Kraut- und Knollenfäule, Septoria-Blattfleckenkrankheit und Bakterienfleckenkrankheit an Tomaten.
- Beide sind Schutzmittel, die vor der Infektion auf der Pflanze sein müssen.
- Bringen Sie Schwefel nicht aus, wenn die Temperatur nahe 32 °C oder darüber liegt, und halten Sie mindestens 2 Wochen Abstand zu jeder Ölspritzung.
- Kupfer reichert sich im Boden an und ist für Fische hochgiftig; vermeiden Sie daher Abschwemmung und befolgen Sie das Produktetikett.
Literatur
- Pest Notes: Powdery Mildew on Vegetables (UC ANR Publication 7406)
- Pest Notes: Powdery Mildew on Fruits and Berries (UC ANR Publication 7494)
- Pest Notes: Powdery Mildew on Ornamentals
- Sulfur General Fact Sheet
- Copper in plant protection: current situation and prospects
- Pest Notes: Peach Leaf Curl (UC ANR Publication 7426)
- Tomato Diseases and Disorders (HGIC 2217)
- Copper Sulfate General Fact Sheet
Häufig gestellte Fragen
Sind Schwefel- und Kupferfungizide im ökologischen Gartenbau erlaubt?
Bekämpft Schwefelfungizid auch Milben?
Schwefel kann neben Pilzen auch Insekten und Milben abtöten4. Bei Erdbeeren weisen Leitlinien der University of California darauf hin, dass gegen Echten Mehltau ausgebrachter Schwefel auch die Milbenpopulationen verringert2. Befolgen Sie das Produktetikett hinsichtlich der Schädlinge, gegen die das Produkt registriert ist.

